Der Niedersächsische Gesundheitspreis

Bereits zum fünften Mal haben das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, die AOK Niedersachsen, die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen und die Apotheker-Kammer Niedersachsen den Niedersächsischen Gesundheitspreis ausgeschrieben. Wie in den Jahren zuvor, stieß auch die diesjährige (2015) Ausschreibung auf große Resonanz. Insgesamt wurden 49 Bewerbungen eingereicht.

Preisträger in der Kategorie eHealth-Lösungen zur Vernetzung in der Gesundheitsversorgung war das Projekt „Telemedizin-Netzwerk für Menschen ohne direkten Zugang zu ärztlicher Versorgung” der Klinikum Oldenburg gGmbH. Der Preis ist dotiert mit 5.000 Euro.

Projektbeschreibung:

Insbesondere in ländlichen und strukturschwachen Regionen sowie in Küstengebieten stellt die Gestaltung und Vorhaltung medizinischer Versorgungsangebote eine Herausforderung dar. Neuer Bedarf entsteht hier unter anderem durch Offshore-Windparks. Um die räumliche und zeitliche Distanz zwischen Fachärzteschaft und dem Patientenklientel zu überbrücken, haben das Klinikum Oldenburg und die IQ.medworks GmbH eine Telemedizin-Zentrale eingerichtet: In Telemedizin fortgebildete Medizinerinnen und Mediziner beurteilen ohne zeitliche Verzögerung mithilfe digitaler Telekommunikation und hochentwickelten mobilen Endgeräten Patientinnen und Patienten, stellen Diagnosen, treffen weiterführende therapeutische Entscheidungen und leiten Ersthelfende oder Rettungsassistentinnen/Rettungsassistenten an.

Der Fokus der Telemedizin-Zentrale liegt derzeit auf Patientinnen und Patienten, die auf Offshore-Windplattformen in der Nordsee tätig sind und dort erkranken oder einen Unfall erleiden. Diese Betroffenen haben keinen direkten Zugang zu ärztlicher Versorgung – bis ein Notarzt oder eine Notärztin vor Ort ist vergeht oft wertvolle Zeit. Mit der Ansiedlung der Telemedizin-Zentrale an bestehende Strukturen wird vorhandenes Expertenwissen genutzt und eine nachhaltige Implementierung gefördert. Diese innovative Idee trägt dazu bei, die Versorgung in einem Flächenland – auch in entlegeneren Regionen – sicherstellen zu können.